| Schon vor Christus wurde in südostasiatischen
Ländern an Hand von Reis der leichten Verderblichkeit
von Fisch entgegengewirkt. Roher Fisch wurde gesalzen
und in Reis verpackt. Dies führte über
Zeit zu einer natürlichen Gärung ( fermentierung),
der Fisch wurde da durchüber viele Monate hinweg
genießbar gemacht.
Um 700 nach Christus verfeinerte sich diese Lagerungsmethode
in Ländern wie Japan Thailand, Malaysia ,
wobei gesalzener Karpfen
in einem Eimer mit Reis belegt wurde und mit einem
schweeren Stein gepresst wurde. "Ur-Sushi"
dieser Art wird als Nare-Sushi (Karpfen-
bzw. Nare-Sushi) bezeichnet. Noch heute ist diese
Art Sushi in manchen Gegenden in Japan beliebt.
Beispielsweise gilt Funa-Sushi als eine derartige
Spezialität in Japan.
Der Karpfen gärt
über ein Jahr hinweg mit dem Reis. Manche
Kenner bevorzugen sogar eine mehrjährige
Gärung. Primär wird beim Genuss jedoch
lediglich der Fisch, samt den nunmehr weichen
Gräten geschätzt. Der vergorene Reis
gleicht nach dieser langen Gärung einem Brei,
welchem kulinarisch keine Beachtung zukommt.
Um das Jahr 1500 entfaltete sich eine eine Variante
dieser Zubereitungsweise, welche als Nama-Nare
(bzw. Nama-Nari) bekannt wurde. Bei Nama-Nare
gärt der Fisch mit dem Reis lediglich einen
Monat. Folglich ist der Fisch noch halb roh. Zudem
wird der Reis mit dem Fisch genossen. Gleichzeitig
entwickelte sich Iisushi, wobei der Karpfen
selbst vor der Gärung mit gekochtem Reis
gefüllt wurde.
Im 17. Jahrhundert wurde der Reis mit Essig angereichert,
mit anderem gewürztem Fisch verbunden und
dann gepresst. Schon am nächsten Tag konnte
dieses sogenannte Haya-Zushi genossen werden.
Ca. 100 Jahre später entwickelte sich Hako-Sushi.
Hierbei wurde Reis in eine flache Holzkiste mit
dünnen Scheiben Fisch belegt und mit den
Händen angedrückt. Danach wurde der
'Kuchen' in rechteckige Happen geschnitten.
Mitte des 19.Jahrhunderts entwickelte sich in
in und um Tokio das berühmte Nigiri-Sushi.
Der erzählung nach soll ein kluger Fischhändler
namens Yohei Hanaya aus Edo die ersten Nigiri-Sushi-Häppchen
produziert haben. Tokio war früher als Edo
bekannt. Folglich wird diese Art Sushi noch heute
manchmal auch als Edo-Mae bezeichnet. Mit der
Hand wurden kleine Reisbällchen geformt und
anschließend mit Scheiben frischen Fisches
belegt. Diese Art Sushi ist heute weltweit bekannt
und beliebt.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
waren viele Sushi-Arten längst hoch beliebt.
Auch die japanischen Feldküchen im 2.WK bereiteten
Sushi für die Soldaten - zumal der Oberbegriff
"Sushi" fast alles deckt, welches zusammen
mit dem besonderen Essigreis bereitet werden kann.
In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts kam in
Kalifornien eine große Suschi-Anhängerschaft
hinzu. In diesem Jahrzehnt wurde auch das heute
weltweit berühmte California-Roll erfunden.
In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich
die Sushi-Kunst wie ein Lauffeuer über ganz
USA und letztlich auch in Europa. Heute lässt
sich in fast jeder Grossstadt der Welt mindestens
ein Restaurant finden, wo vorzügliches Sushi
angeboten wird.
Und nun gibt es Karpfensushi
im Stern in Linden.
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